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Grundsteinlegung zur Kirche an der Leither Straße

Der General-Anzeiger berichtete am 16.7.1902 ausführlich über die Grundsteinlegung:

Kray, 14. Juli.
Die evangelische Gemeinde zu Kray feierte gestern die Legung des Grundsteins zu ihrer Kirche. Die Festteilnehmer versammelten sich dazu am Vormittag innerhalb der Mauern der neuen Kirche, die schon bis zu Fensterhöhe aus der Erde herausragen. Die Feier wurde durch einen Vortrag des Posaunenchors des Männer- und Jünglings-Vereins eröffnet, dem sich ein Gesang des Kinderchors würdig anschloß. Hierauf bestieg Herr Superintendent Klingemann aus Essen die provisorische Kanzel, die sich gerade hinter dem Grundstein an der Stelle erhob, an der später die wirkliche Kanzel ihren Platz finden wird. Anknüpfend an den Text
1. Petri 2, 5, wies der Redner darauf hin, daß heute der evangelischen Festgemeinde nach vieler Mühe und Geduld der ersehnte Tag gekommen sei, an dem der Grundstein zu dem Hause gelegt werden soll, in welchem das Evangelium lauter und rein gepredigt werden soll. Schon beginnen die Mauern der Kirche sich zu heben und nicht lange, dann werden sie den Betsaal weithin überragen und ein herrliches schmuckes Gotteshaus, eine wirkliche Zierde der Gemeinde wird sich erheben. Wer einigermaßen mit der Geschichte dieser Gemeinde vertraut ist, der kennt die alten Zustände und weiß auch, daß alles darauf hindrängte, ein eigenes Gotteshaus zu bauen. Opferwilligkeit bei Arm und Reich, bei Vornehm und Gering haben es fertig gebracht, daß mit dem Bau der Kirche schon so bald begonnen werden konnte. So möge es auch in Zukunft bleiben und diese Kirche ein Zeugnis des opferwilligen Gemeinsinns ablegen. Redner ermahnte nun im Anschluß an das Wort der Schrift, zum engen Zusammenschluß der Gemeinde und schloß seine Ansprache mit folgenden Worten: Gebe Gott, daß an dieser Stätte allezeit die geistesmächtige Predigt des lauteren und reinen Evangeliums von der Gnade Gottes in Christo erschallen und die heiligen Sakramente stiftungsgemäß verwaltet werden, damit auch diese Gemeinde werde ein geistliches Priestertum, ein geistliches Gotteshaus.

Nach dem Gesange der Festgemeinde „Ein feste Burg ist unser Gott“ sprach Pastor Beck über ein Wort des Propheten Jesajas 28, 16. Wenn auch das Haus noch nicht fertig sei, so sei doch der heutige Tag ein Tag des Lobes und Dankes gegen Gott. Es bedürfe aber noch manchen Scherfleins, um das angefangene Werk zu vollenden. Es folgte nun ein Gemeindegesang und die Verlesung der zu versenkenden Urkunde durch den Hülfsprediger Herrn Pastor Lohmeyer.

Der Wortlaut der Urkunde: ...

Nach erfolgter Verlesung sangen die vereinten gemischten Chöre, der Kirchenchor und der Chor des evang. Arbeiter-Vereins Psalm 26.
Nachdem der Grundstein geschlossen war, vollzog Herr Superintendent Pfarrer Klingemann die Grundsteinlegung unter den üblichen Hammerschlägen. Ihm folgten die Herren Pfarrer Beck, Pfarrer Trommershausen, Caternberg, Pfarrer Augener, Königssteele, Pfarrer Juckenack, Schonnebeck, und Pfarrer Lohmeyer, Kray, die Mitglieder des Presbyteriums, der Kirchbaukommission, die Herren Direktor Dick und Eckenberg sowie Herr Bürgermeister Meyer, Stoppenberg und Herr Regierungsbaumeister Senz, Köln. Mit dem Schlußgebet des Herrn Superintendenten und dem Gesang der Gemeinde „Nun danket alle Gott“, dem Segen und dem Vortrage des Posaunenchors endigte die erhebende Feier.

Anschließend an den Festakt auf der Baustelle fand im Lokale des Wirtes Lindemann eine Nachfeier mit Kaffeetrinken statt. Herr Pastor Beck eröffnete die Feier mit einer Ansprache, worauf Herr Superintendent Klingemann in längeren Ausführungen der Bedeutung des Tages gerecht wurde. Herr Pastor Juckenack überbrachte in poetischer Form die Glückwünsche der Nachbar- und Filialgemeinde Schonnebeck. In der Zwischenzeit lief ein Telegramm der Fest-Gemeinde Rüttenscheid ein, worin dieselbe unserer Gemeinde telegraphischen Glückwunsch zur Grundsteinlegung entbot, worauf ein Gegen-Telegramm abgesandt wurde.
Alsdann nahm Herr Post-Verwalter Wiedenhoff als Kirchmeister der hiesigen evangelischen Gemeinde das Wort, um besonders den Behörden, den Vertretern der kirchlichen Hülfsvereine und der hiesigen Werke, sowie allen, welche dazu beigetragen haben, den heutigen Festtag begehen zu können, namens der evangelischen Gemeinde herzlichsten Dank auszusprechen, gleichzeitig aber auch dem erschienenen Vertreter der bürgerlichen Gemeinde, Herrn Gemeindevorsteher Beckmann. Nachdem noch Herr Hülfsprediger Lohmeyer gesprochen, hielt Herr Stender die Schlußansprache. Darbietungen des Kirchen-, des gemischten Chors, des Arbeitervereins und des Posaunenchors erhöhten die festliche Stimmung. Die am Festplatze und im Festlokale abgehaltenen Sammlungen für Anschaffung der Glocken und einer Orgel ergaben den Betrag von nahezu 200 Mk.